Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Diathese (Linguistik)
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Die Diathese (altgriechisch ÎŽÎčÎŹÎžÎ”ÏƒÎčς diĂĄthesis ‚Aufstellung, Zustand‘), manchmal in gleicher Bedeutung Genus Verbi (lateinisch: „Gattung (Art, Geschlecht) des Zeitworts“), deutsch auch Handlungsrichtung genannt, ist in der Sprachwissenschaft eine grammatische Kategorie des Verbs. Es gibt verschiedenartige Konzeptionen, welche Erscheinungen als Diathese bezeichnet werden und wie der Begriff insgesamt bestimmt wird.

Als typischster Beispielfall einer Diathese gilt das Passiv. In der deutschen Grammatik wird Diathese oft nur als die Kategorie definiert, die Aktiv und Passiv zusammenfasst. Dann ist Diathese eine Kategorie in der Konjugation des Verbs und die Bezeichnung wird ĂŒberwiegend als synonym zu Genus Verbi gesehen. In vielen anderen AnsĂ€tzen werden aber weitere grammatische Erscheinungen einbezogen wie z. B. Kausativ, Antikausativ, Reflexiv usw. (wodurch der Bereich der Konjugationsformen verlassen wird). Diathese wird somit zu einem sehr abstrakten Begriff: Er fasst verschiedene, schon fĂŒr sich bestehende grammatische Kategorien zusammen, um bestimmte Gemeinsamkeiten in ihrer Funktionsweise herauszustellen. Unterschiede in der Fachliteratur ĂŒber Diathesen entstehen daraus, was fĂŒr Gemeinsamkeiten man dabei genau ins Auge fasst.

UrsprĂŒnglich wurde der Begriff Diathese von den antiken Grammatikern des Altgriechischen geprĂ€gt; dort bezieht er sich auf das sogenannte Aktiv/Medium-System in den Verbformen des Griechischen. Aktiv und Medium sind zwei Kategorien, die in den meisten FĂ€llen eigene Bedeutungen ausdrĂŒcken (eine Klassifikation von Situationen danach, ob das Geschehen vom Subjekt nur ausgeht oder ob das Subjekt (mit-)betroffen ist). Daher erlauben viele Verben nur entweder Aktiv- oder Medium-Form, und Verben, die in beiden Formen vorkommen, zeigen dabei unterschiedliche Bedeutungsvarianten. Ein Aktiv/Passiv-System, wie es im Deutschen vorliegt, ist jedoch anders geartet: Es ist nicht bedeutungstragend, da das Passiv nur die grammatische Darstellung der VerbergĂ€nzungen abĂ€ndert, und es ist nicht symmetrisch, da das Aktiv nur die neutrale, nicht-passivierte Form darstellt. Aufgrund solcher einzelsprachlicher Unterschiede ergab es sich, dass der Begriff der Diathese seit seiner Entstehung im antiken Griechenland mehrfach fundamental umgedeutet worden ist. Manche heutigen Darstellungen zeigen auch eine Vermengung von Aspekten der klassischen Begrifflichkeit mit modernen Weiterentwicklungen.

Eine heute gĂ€ngige Definition in einer weiter gefassten Bedeutung ist, dass Diathesen regeln, ob und in welcher Anordnung die von der Verbbedeutung vorgegebenen Teilnehmerrollen (Semantische Rollen) im Satzbau erscheinen. „Diathese“ bezeichnet hier insbesondere verschiedene Arten von Abwandlung einer zugrundeliegenden Anordnung (Valenzalternation), was fĂŒr das altgriechische Medium weniger zutrifft.

Die sprachwissenschaftliche Literatur verhĂ€lt sich nicht nur uneinheitlich darin, auf welche PhĂ€nomene der Begriff Diathese sich erstrecken soll, sondern auch darin, ob der traditionelle Begriff Genus Verbi und seine englische Übersetzung voice mit Diathese gleichgesetzt oder von Diathese unterschieden werden. Anders als in der Grammatik der klassischen Sprachen wird in neuerer Literatur hĂ€ufig eine Unterscheidung definiert. Hiernach soll Genus Verbi (bzw. voice) beim Verb die konkreten grammatischen Formen bezeichnen, die eine Diathese anzeigen; entsprechend ist dann Diathese eine formale Operation, die an der Schnittstelle von Verbbedeutung und Satzgrammatik stattfindet, und die unabhĂ€ngig davon ist, ob und wie sie Ă€ußerlich angezeigt wird. Genus Verbi ist dann also eine morphologische Kategorie, Diathese ein Begriff, der mit grammatischen Funktionen zu tun hat.

Contents

‱ Literatur

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Das Passiv als typischste Diathese

→

Hauptartikel

:

Passiv (Grammatik)

Einer der einfachsten Diathesebegriffe – der auch in der deutschen Grammatik am meisten verwendet wird – definiert Diathese als diejenige Kategorie, die Aktiv und Passiv zusammenfasst.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] Die Funktionsweise des Passivs zeigt aber auch wichtige Grundlinien dessen, worauf es bei anderen heute gĂ€ngigen Varianten des Diathesebegriffs ankommt.

Das Passiv hat die Funktion, die Zahl der ErgĂ€nzungen zu reduzieren, die im Satz mit einem Verb erscheinen mĂŒssen. Beispiel:

‱ „Die großen Fische fressen die kleinen Fische“

→ PASSIV → „Die kleinen Fische werden gefressen.“

Die Passivierung, und Diathese allgemein, kann modelliert werden, indem zwei Ebenen unterschieden werden: Die inhaltlichen Beschreibungen, die fĂŒr die Rolle der Teilnehmer im Ereignis gegeben werden können, und Regeln, wie die Teilnehmerrollen auf grammatische Funktionen wie Subjekt und Objekt abgebildet werden sollen. Hierzu wird eine Hierarchie der Rollen gebildet, die vor allem danach geht, in welcher Reihenfolge verschiedene Rollen „subjektwĂŒrdig“ sind (dies wird im Artikel Semantische Rolle im Einzelnen dargestellt). Wenn ein aktiv handelnder, verursachender Teilnehmer vorhanden ist (Agens), hat er die höchste PrioritĂ€t fĂŒr die Subjektstelle. Im obigen Beispiel ist sonst noch ein Teilnehmer beteiligt, der sich verĂ€ndert bzw. etwas „erleidet“, Patiens genannt. Ein Patiens hat als Rolle einen niedrigeren Rang und wird nur Subjekt, wenn kein Agens da ist. Im transitiven Satz bleibt dem Patiens die Objektposition. Diese Abbildungsregeln ergeben also die Anordnung der Teilnehmer im Satz:

fressen: AGENS, PATIENS
<1, 2 >
Subjekt Objekt

Das Passiv unterdrĂŒckt die Übernahme der höchsten Teilnehmerrolle in den Satz (die Agensrolle verschwindet aber nicht aus der Darstellung der Bedeutung). Typischerweise fĂŒhrt dies dazu, dass das Patiens an die Subjektstelle gesetzt wird (so wie es auch bei dem Verb „sterben“ geschehen wĂŒrde, wo von vornherein kein aktiver Teilnehmer da ist):

wird gefressen: AGENS, PATIENS
< 1 , 2 >
*** Subjekt

Das Passiv ist also ein Eingriff in die Wiedergabe der Teilnehmerrollen, das Aktiv ist die normale Wiedergabe. Auch dem Passiv liegt dieselbe Hierarchie der Teilnehmerrollen zugrunde, denn es soll die höchste Teilnehmerrolle in der Hierarchie finden und diese nur fĂŒr die grammatische Wiedergabe blockieren. Insofern sind Aktiv und Passiv Mechanismen der gleichen Art (Abbildungen von Rollen auf syntaktische Funktionen) und werden beide als Diathesen bezeichnet, auch wenn das Aktiv ein besonders neutraler Fall ist, manchmal daher als „Basisdiathese“ oder auch „Nulldiathese“ bezeichnet.cite-ref-3[3]

Die Diathese Passiv wird ferner durch eine grammatische Form angezeigt: Dies kann eine Endung am Verb sein oder, wie im Deutschen, die Verbindung mit einem Hilfsverb. Daher wird manchmal unterschieden zwischen der eigentlichen Diathese als grammatischer Operation („unterbreche die Verbindung AGENS → Subjekt“) und dem Genus Verbi (englisch voice) als Konjugationsform: „Hilfsverb werden + Partizipform signalisiert Diathese Passiv“ (dies ist allerdings eine Umdeutung des ursprĂŒnglichen Sinns von Genus Verbi, vergleiche den Abschnitt zur Diathese in den klassischen Sprachen).

Merkmale der Diathese Passiv sind also: (1) Sie reduziert die Anzahl der grammatischen VerbergÀnzungen, (2) sie ist sonst bedeutungsneutral, (3) sie steht im Kontrast zum Aktiv, (4) sie wird durch eine Konjugationsform des Verbs markiert (die ebenfalls im Kontrast zur Aktivform steht).

Das Passiv ist der typischste Fall einer Diathese und wird in allen Theorievarianten in diesen Begriff einbezogen. Von da ab unterscheiden sich verschiedene AnsĂ€tze aber darin, was sie noch alles zu den Diathesen dazurechnen und mit welcher BegrĂŒndung.

Diathese als Valenzalternation

Motivation des erweiterten Begriffs

In diesem Abschnitt wird eine Konzeption besprochen, die analog zum Passiv eine Ausweitung des Begriffs Diathese auf beliebige Prozesse vornimmt, durch die VerbergÀnzungen auf andere grammatische Funktionen im Satz umverteilt werden.cite-ref-4[4] Die Diathese erscheint so als Valenzalternation (ValenzverÀnderung), d. h. ein Wechsel in der Ordnung der vom Verb verlangten ErgÀnzungen (der sogenannten Valenz des Verbs).cite-ref-5[5] Die AnsÀtze in der Literatur unterscheiden sich darin, wie weit diese Erweiterung geht. Die grundsÀtzliche Motivation lÀsst sich an folgenden Beispielen ersehen:

‱ Aktiv → Passiv

„Die großen Fische fressen die kleinen Fische“ →
„Die kleinen Fische werden (von den großen) gefressen.“

‱ Einfaches Verb → Kausativ, und dieser in verschiedenen Varianten

„Ein Mechaniker schaute den Wagen durch.“ →
„Otto ließ einen Mechaniker den Wagen durchschauen“ – oder –
„Otto ließ den Wagen (von einem Mechaniker) durchschauen.“

Nicht nur das Passiv, auch die kausative Konstruktion mit „lassen“ bildet also Varianten, die sich gegenĂŒber dem einfachen Verb als eine Umordnung von ErgĂ€nzungen beschreiben lassen (Umordnung im weitesten Sinn: einschließlich Weglassung und HinzufĂŒgung von ErgĂ€nzungen).

Bei einer solchen Ausweitung des Diathesenbegriffs werden allerdings verschiedene Typen von grammatischen Kategorien zusammengenommen: Zum einen liegt die VerĂ€nderung beim Kausativ auch an der Bedeutung des zusĂ€tzlichen Verbs lassen. Das Passiv ist dann eher ein Sonderfall einer Valenzalternation, weil Passivierung nicht von einer Fusion zweier PrĂ€dikate mit eigenen Bedeutungen getrieben ist. Dazu kommt: Im Deutschen gilt das Passiv-Hilfsverb als Konjugation des Hauptverbs (nicht als Wortform, aber als „periphrastische Konjugation“), eine Kausativkonstruktion mit lassen zĂ€hlt aber nicht als Konjugation. Bei diesen anderen Valenzalternationen handelt es sich stattdessen eher um Wortbildung (Derivation)cite-ref-6[6] oder um beliebige Typen zusammengesetzter PrĂ€dikate.

Beispiel: Kausativ als Diathese

Beim Kausativ tritt im Deutschen ein Verb hinzu, das einen Verursacher und ein Verursachungsereignis zusĂ€tzlich einfĂŒhrt. In Verbindung mit dem Vollverb ergibt sich eine Verschmelzung von zwei PrĂ€dikaten zu einem zusammengesetzten PrĂ€dikat. Hierbei muss die Abbildung von Teilnehmern auf syntaktische Positionen im Vergleich zum einfachen PrĂ€dikat neu geregelt werden. Wie im Folgenden gezeigt, kann die erste ErgĂ€nzung des Vollverbs nun wegfallen oder zum Akkusativobjekt des Ganzen werden.

‱ Beispiel:

(a) „dass er den Wagen (von einem Mechaniker) durchsehen lĂ€sst“
(b) „dass er einen Mechaniker den Wagen durchsehen lĂ€sst.“

lassen: AGENS EREIGNIS
= durchsehen: AGENS THEMA

durchsehen-lassen:
(a)
< 1, (2) 3 >
Subjekt (***) Objekt
(b)
< 1, 2, 3 >
Subjekt Objekt-1 Objekt-2

Die Konstruktion in (a) hat also Gemeinsamkeiten mit einer Passivierung; sie wird in der Literatur zum Deutschen tatsĂ€chlich auch manchmal als „Kausativ-Passiv“ bezeichnet.

Beispiel: Antikausativ

Ein weiteres Beispiel fĂŒr eine Valenzalternation ist der sogenannte Antikausativ, der seinen Namen daher hat, dass er in gewissem Sinne die Umkehrung dessen ist, was beim Kausativ geschieht: Eine im Verb vorhandene Bedeutungskomponente der Verursachung wird weggenommen. In manchen Sprachen geschieht auch dies durch ein zweites Verb, im Deutschen ist die Markierung dieser Valenzalternation aber anders als der Kausativ und besteht meist aus einem bedeutungsleeren Reflexivpronomen (bei anderen Verben kann sie auch ganz ohne Markierung bleiben).

‱ Beispiel: „Die TĂŒr öffnet sich“

öffnen (aufmachen): AGENS verursacht: THEMA geht auf
Valenz < 1, 2 >

sich öffnen: ******************** THEMA geht auf
Valenz < 2 >

WĂ€hrend die Bedeutung des transitiven „öffnen“ wie oben zerlegt werden kann (siehe Verb #Lexikalische Dekomposition), entsteht durch die Antikausativ-Bildung „sich öffnen“ eine Verbbedeutung des reinen Zustandswechsels. Es bleibt erkennbar, dass es sich um einen Zustandswechsel handelt, der von außen verursacht werden kann, der Verursachungsteil fehlt aber bereits auf der Bedeutungsebene. Dies ist anders als im Passiv: Hier wird nun das Agens nicht grammatisch unterdrĂŒckt, sondern auf einer vorgeschalteten Ebene zusammen mit einem Ereignisteil.

Die Unterscheidung „Genus Verbi“ und „Diathese“ in diesem Modell

Die Bezeichnung Genus Verbi stammt aus der Lateingrammatik. Sie ist zusĂ€tzlich in mittelalterlichen Traditionen durch Vox Verbi ersetzt worden, wovon sich der englische Ausdruck Voice herleitet.cite-ref-7[7] Im vorliegenden Artikel wird daher davon ausgegangen, dass „Genus Verbi“ in deutschen Texten und „Voice“ in englischen Texten Ă€quivalent sind. Die Verwendung dieser Gruppe von Bezeichnungen ist in der Literatur uneinheitlich. In Modellen, die Diathesen als Valenzalternationen fassen, wird oft eine unterschiedliche Bedeutung fĂŒr Diathese einerseits und Genus Verbi bzw. Vox/Voice andererseits definiert (anders als in Systemen, die der griechisch-lateinischen Tradition nĂ€her stehen, siehe im nĂ€chsten Kapitel).

Die Konzeption der Diathese als Valenzalternation verdankt ihre Entwicklung wesentlich der „Leningrader Schule“ der Sprachtypologie in den 1970er Jahren.cite-ref-8[8]cite-ref-9[9] In deren Ansatz wird der Begriff Diathese als grammatische Operation definiert, die Abbildungen von semantischen Rollen auf grammatische Funktionen regelt und abwandelt. Im Unterschied dazu wird die Markierung an einem Verb, die eine solche Diathese anzeigt, (in englischer Übersetzung) als „Voice“, also „Genus Verbi“ bezeichnet. Dieses Modell hat sich seither auch in der englischsprachigen Fachliteratur sehr verbreitet, vgl. etwa das Übersichtswerk von ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019).cite-ref-10[10]

Bei einigen Autoren in derselben Tradition wird jedoch Voice und besonders auch Genus Verbi auf Flexionskategorien beschrĂ€nkt.cite-ref-11[11] Beispielsweise ist fĂŒr den Ausdruck der KausativitĂ€t durch Hilfsverben oder Verbaffixe in der Leningrader Schule die Bezeichnung „causative voice“ ĂŒblich, dies wird aber anderswo eher vermieden.cite-ref-12[12]

Auch die Bezeichnung Diathese wird in diesem Zusammenhang noch verschieden gehandhabt. In weiter Bedeutung sind mit Diathese, wie oben gesagt, alle Arten von valenzverĂ€ndernden Operationen gemeint.cite-ref-13[13] Manchmal werden hierbei allerdings nur ValenzĂ€nderungen berĂŒcksichtigt, die das Subjekt mitbetreffen (die Umordnung von Objekten beim Applikativ oder dem englischen dative shift wĂŒrde so ausgeschlossen).cite-ref-14[14] In der deutschsprachigen Literatur ist jedoch auch eine besonders enge Bedeutung anzutreffen, die die EinschrĂ€nkung der traditionellen Grammatik auf Konjugationsformen weiterfĂŒhrt und nicht nur Genus Verbi, sondern auch die Bezeichnung Diathese in einen Gegensatz zu ValenzĂ€nderungen wie Kausativ, Antikausativ etc. stellt, also in einen Gegensatz zu Wortbildungskategorien oder komplexen PrĂ€dikaten.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Beispielsweise bezeichnet die deutsche Grammatik von Eroms (2000) nur das Passiv als „Diathese“ neben den anderen Operationen, die dann als „Konversen“ bezeichnet werden.cite-ref-17[17] Unterschiedlich ist hier jedoch nur der Sprachgebrauch, nicht das theoretische Modell als solches, da im Begriff der „Konversen“ dieselbe Zusammenfassung getroffen wird, die in der Leningrader Schule Diathese hieß (nĂ€mlich ein Oberbegriff fĂŒr alle Valenzalternationen inklusive Passiv).

Das Medium und die Diathese in den klassischen Sprachen

„Genus Verbi“ als Übersetzung von „Diathese“

Im Gegensatz zu der oben dargestellten Terminologie wird in manchen Quellen keine besondere Unterscheidung zwischen Genus Verbi und Diathese genannt,cite-ref-18[18] sondern sie werden als alternative Bezeichnungen fĂŒr dieselbe Sache genommen. Das lĂ€sst sich darauf zurĂŒckfĂŒhren, dass die lateinische Bezeichnung Genus Verbi ursprĂŒnglich erschien, um die griechische Bezeichnung Diathese ins Lateinische zu ĂŒbersetzen. In einer Lesart sind also auch in heutigen Quellen Genus Verbi, Vox, Voice, Diathese austauschbare Bezeichnungen, vor allem dann, wenn es um Flexionskategorien wie Passiv oder Medium geht, wie sie sich in den klassischen Sprachen zeigen. Im Bezug hierauf zeigt sich auch eine andere Konzeption von „Diathese“.

Das Medium des Altgriechischen

Im Lateinischen wird ebenso von einer Aktiv-Passiv-Unterscheidung gesprochen wie im Deutschen, nur geschieht der Ausdruck meist innerhalb ein und desselben Wortes, durch eine andere Serie von Endungen:

‱ Maria bewegt den Stein.

Maria lapidem movet.

‱ Der Stein wird bewegt.

Lapis movetur.

Die weitlÀufig verwandte altgriechische Sprache hat ebenfalls solche Wortformen, aber ein anderes System.

Der Hauptkontrast besteht im Griechischen nicht zwischen Aktiv- und Passivformen, sondern zwischen Formen, die hier der Eindeutigkeit halber als Aktivflexion und Mediumflexion bezeichnet werden. Beispiele fĂŒr diese Wortformen sind:

loĂș-ƍ Aktivflexion 1.Pers.Sg. = „ich wasche“
loĂș-omai Mediumflexion 1.Pers.Sg.

Es gibt daneben auch ein Passiv, aber nur in zwei Zeitformen: im Futur und im Aorist (einem ErzÀhltempus der Vergangenheit). Im Futur sieht man, dass das Passiv auf der Grundlage der Mediumform mit einem zusÀtzlichen Affix gebildet wird:cite-ref-19[19]

loĂș-s-ƍ Futur Aktivform = „ich werde waschen“
loĂș-s-omai Futur Mediumform = ...
lou-thᾗ-s-omai Futur Passiv = „ich werde gewaschen werden.“

Die Mediumformen in der griechischen Konjugation haben nun eine Vielzahl von Übersetzungen und Funktionen, wie in folgendem Beispiel.cite-ref-20[20] Die folgende Wortform ist hier mehrdeutig zwischen den inhaltlichen Kategorien: (1) Reflexiv, (2) Reziprok, (3) Antikausativ, (4) Passiv.

(„Sie stiegen in die Badewanne, und...“)
loĂș-sa-nto (Mediumflexion Aorist 3.Pers.Pl.)
= 1. „wuschen sich“
2. „wuschen einander“
3. „wurden sauber“
4. „wurden gewaschen“

Das Passiv ist also eine regulÀre Interpretation der Mediumform; im Futur wird diese Interpretation durch ein eigenes Affix eindeutig, auch diese Bildung verbleibt aber innerhalb des Konjugationstyps der Mediumformen (im Aorist wirkt die zusÀtzlich existierende Passivform selbstÀndig, da nicht zerlegbar).

Es kommen aber noch weitere Funktionen hinzu, denn einige Verben erscheinen nur in der Mediumform, oder bestimmte Bedeutungsvarianten eines Verbs entstehen spezifisch nur mit der Aktivform bzw. der Mediumform. Beispiele fĂŒr letzteres:cite-ref-21[21]

bouleĂșƍ (Aktivflexion) „ich plane, ĂŒberlege“
bouleĂșomai (Mediumflexion) „ich plane, entscheide mich“

Eine auffĂ€llige Gruppe ist auch die Bedeutung „etwas fĂŒr sich selbst, zum eigenen Nutzen tun“:

loĂș-ƍ (Aktivflexion) = „ich wasche“
loĂșomai tĂ  himĂĄtia (Mediumflexion) = „ich wasche (mir) meine Kleider“[22]

Verben, die nur in einer der Formen vorkommen können, zeigen diesen Effekt noch deutlicherer. Solche FĂ€lle werden media tantum genannt. Im Griechischen sind dies zum Beispiel regelmĂ€ĂŸig Verben, die körperliche Bewegung oder geistige oder emotionale VorgĂ€nge bezeichnen (etwa „tanzen, fliegen, vermuten, klagen“).cite-ref-23[23] Als GegenstĂŒck dazu gibt es activa tantum, Verben die keine Mediumformen bilden.

Dies fĂŒhrt dazu, dass die Mediumkonjugation auch als eine Klassifikation von Verben und Verbbedeutungen erscheint. Sie wird so zusammengefasst, dass Verben oder Verbbedeutungen, die nur bei Mediumformen vorkommen, eine Klasse von Situationen bilden, in denen das Subjekt des Satzes ein Teilnehmer ist, auf den das Ereignis in irgendeiner Form einwirkt.cite-ref-24[24]

Im Lateinischen gibt es ZĂŒge der sogenannten Passivform, die diesen VerhĂ€ltnissen Ă€hneln, nur dass man im Lateinischen von einem Passiv spricht statt von einem Medium. Das Lateinische hat sich hier von den Ă€lteren VerhĂ€ltnissen, wie sie im Griechischen noch anzutreffen sind, wegentwickelt; die lateinischen Deponentia – Verben, die nur im Passiv vorkommen können, ohne dass eine typische Passivfunktion zu erkennen wĂ€re – sind also Reste eines medialen Systems.cite-ref-25[25]

Der Begriff der Diathese in der antiken Grammatik

Der Begriff der Diathese bzw. des Genus Verbi, wie er bei den antiken griechischen bzw. römischen Grammatikern gebraucht wird,cite-ref-26[26] unterscheidet sich von der heutigen Verwendung dieser Bezeichnungen. Gemeint waren damit (also auch mit „Genus Verbi“) weder die Konjugationsformen des Verbs noch deren Interpretationen, sondern verschiedene Beziehungen zwischen Form und Interpretation. Das Medium hat seinen Namen davon, dass es ein gemischter Typ zwischen zwei anderen ist, bei denen die Abbildung Wortform–Bedeutung eindeutiger ist.

Die beiden hauptsĂ€chlichen Diathesen-Kategorien, die bei dem altgriechischen Grammatiker Dionysios Thrax verwendet werden, heißen energeia und pathos, ins Lateinische ĂŒbersetzt als das genus verbi activum bzw. genus passivum. Diese beiden bezeichnen eine normale Abbildung zwischen Form und Funktion, die zusĂ€tzliche „mittlere Diathese“, griechisch mesotes, dagegen ein nicht standardmĂ€ĂŸiges VerhĂ€ltnis zwischen Form und Funktion. Zum einen erscheint energeia als die Kategorie, wonach das Subjekt des Verbs aktiv handelt und auf anderes einwirkt, gekoppelt mit der Konjugationsform des Aktivs; pathos ist die Bedeutung, wonach in irgendeiner Form auf das Subjekt eingewirkt wird und dies durch die Medium-Konjugation angezeigt wird. Die Konjugationsformen, die hier als Mediumflexion bezeichnet wurden, wie z. B. in loĂș-omai haben also alle im obigen Beispiel genannten Interpretationen (Passiv, Reflexiv, Reziprok, Antikausativ) als Standardfall von pathos / passivum; die zusĂ€tzliche „mittlere Diathese“ des Verbs betrifft andere, untypische FĂ€lle, in denen der medialen Konjugationsform eine aktivische Interpretation zugeordnet ist – die „mittlere Diathese“ in diesem Sinn (mesotes) deckt sich also gerade nicht mit der medialen Konjugationsform.cite-ref-27[27] Die antiken römischen Grammatiker ĂŒbernahmen diese Konzeption, und hier erscheint als Übertragung von mesotes nun das Deponens als zusĂ€tzliche Diathese neben dem genus activum und dem passivum, nĂ€mlich als der Fall, dass die passivische Flexionsform die standardmĂ€ĂŸige passivische Funktion „abgelegt“ hat (so der wörtliche Sinn von „Deponens“).cite-ref-28[28]

Im heutigen Sinn ist hingegen mit einer „Diathese“ in der Regel die Interpretation der medialen Konjugationsform gemeint. Die Kategorie „Medium“ im Sinne von pathos verallgemeinert ĂŒber verschiedene Bedeutungsfunktionen, die im heutigen Sinn alle fĂŒr sich als eigene Diathesen zĂ€hlen (Passiv, Antikausativ etc.).cite-ref-29[29] Das Medium bildet keine einheitliche, bedeutungsmĂ€ĂŸig definierte Diathese, sondern ein „Bedeutungsnetzwerk“.cite-ref-30[30] Die Verallgemeinerung, die dieses Netzwerk zusammenhĂ€lt, betrifft einen besonderen Faktor, von dem bei Valenzalternationen weniger die Rede ist, nĂ€mlich die Relation zwischen dem PrĂ€dikat und der semantischen Rolle, die sein Subjekt hat. Es liegt auch sonst nicht nahe, das Medium als Valenzalternation einzustufen, da es durch die Existenz von media tantum ZĂŒge einer Klassifikation von Verbbedeutungen hat.

Es ergibt sich so auch ein anderer Kontrast zwischen Medium und Aktiv als im Deutschen zwischen Passiv und Aktiv (siehe unten unter #Der Sonderfall „Aktiv“).

Das Medium als Gruppe Àhnlicher Diathesen

Die traditionelle Kategorie des Mediums nimmt die Generalisierung vor, dass das Subjekt keine Kontrolle nach außen ausĂŒbt, sondern dass ein Geschehen auf das Subjekt wirkt, entweder weil das Subjekt nur betroffen ist oder als Komponente bei einer aktiven Handlung, von der das Subjekt auch selbst betroffen wird. Ein „nur betroffenes“ Subjekt wie bei Passiv oder Antikausativ und ein „auch betroffenes“ Subjekt wie beim Reflexiv sind verschiedene Diathesen im modernen Sinn. Das Medium ergibt aber eine Gruppe (oder „Cluster“) von Diathesen, die in verschiedenen Sprachen unabhĂ€ngig voneinander zusammen auftreten. Beispielsweise besitzt die amerikanische Indianersprache Halkomelem ein Verbaffix -m, mit einer Verteilung, die an die griechische Mediumflexion erinnert:cite-ref-31[31]

tə̉mÌ‰ĆĄ- „flechten“ → tə̉mÌ‰ĆĄ-ən̉ə-m „seine Haare flechten“
ʔiləq- „kaufen“ → ʔiləq-əƂc-əm „sich etwas kaufen“
kwən- „nehmen“ → kwən-ət-əm „genommen werden“

Ein System fĂŒr die Untertypen der Diathese

GesamtĂŒberblick der Diathesen im weiten Sinn

In diesem Abschnitt wird die Frage nach der Gesamt-Ordnung des Gebiets der Diathesen behandelt und weitere, noch nicht genannte Unterkategorien werden nachgetragen. In einem einflussreichen neueren Übersichtswerk, ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), wird das PhĂ€nomen der Diathesen in vier Familien eingeteilt. Dabei sind jedoch terminologische Entscheidungen zu beachten: Erstens, diese Autoren folgen der Terminologie der „Leningrader Schule“ und verstehen unter Diathese den grammatisch-semantischen Prozess der Zuordnung von Teilnehmerrollen auf grammatische Funktionen („diathetical operation“) – nicht den Diathesebegriff wie er in der germanistischen Literatur vorherrscht, der sich auf das Passiv konzentriert. Zweitens besteht die Themenstellung dieses Übersichtswerks in Kategorien des Typs „Voice“ – dieser Begriff wird definiert als eine grammatische Kategorie bzw. grammatische Markierung fĂŒr eine Diathese (im Sinn von „dathetical operation“). ZunĂ€chst ergibt sich aber aus jeder solcher Voice auch eine Diathese. Nachfolgend wird eine erste Übersicht ĂŒber die Einteilung gegeben; die Kategorien werden anschließend jeweils in eigenen Unterkapiteln nĂ€her erlĂ€utert:

1. ValenzÀnderungen durch Operationen auf der Bedeutungsebene,cite-ref-32[32] z. B. Kausativ, Antikausativ
2. Reine ValenzÀnderung ohne Bedeutungseffekte: v. a. Passiv.cite-ref-33[33]
3. Diathesen, die die semantische Rolle des Subjekts modifizieren, die es im VerhÀltnis zum Gesamtsatz hat. Beispiel: Reflexiv.cite-ref-34[34]
4. Diathesen, die die Gesamt-Anordnung aller ErgĂ€nzungen des Verbs Ă€ndern (aber nicht die Anzahl der ErgĂ€nzungen). – Hierzu gibt es keine Analogie im Deutschen; Beispiele sind die sogenannten „Fokus“-Formen des Verbs in den Austronesischen Sprachen sowie Direkt/Invers-Systeme in nordamerikanischen Indianersprachen.cite-ref-35[35]

Diese Typen bilden nicht einfach eine Liste verschiedener möglicher Diathesen, sondern ordnen sich auf verschiedenen Ebenen an. Dies zeigt sich auch daran, dass verschiedene FĂ€lle miteinander kombiniert werden können. Zum Beispiel gibt es oft (wie im Deutschen) die Ableitung eines Passivs (Typ 2) oder Reflexivs (Typ 3) vom Kausativ (Typ 1), oder Sprachen mit Direkt/Invers-Diathesen des vierten Typs haben zugleich „normales“ Passiv und Kausativ.cite-ref-36[36]

Der Sonderfall „Aktiv“

Im System von ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019) wird das Aktiv aussortiert und nicht mitbehandelt. Dies liegt daran, dass das System dieser Autoren eigentlich sogenannte „Voice“ behandelt, definiert als grammatische Markierung fĂŒr eine diathetische Operation. Das Aktiv ist im Deutschen oder Englischen jedoch gerade die unmarkierte Form (im Gegensatz zum Passiv als grammatisch markierter Kategorie). Aus diesem Grund kann definiert werden, dass das Aktiv keine Voice ist, was die Autoren aber als eine möglicherweise kontroverse Entscheidung eigens hervorheben.cite-ref-37[37] Im Englischen ist sonst traditionell von einer active voice die Rede, ebenso wird im Deutschen das Aktiv zusammen mit dem Passiv als Genus Verbi bezeichnet. Hier ist jedoch die Mehrdeutigkeit der Terminologie zu beachten: Wenn in deutschsprachiger Literatur „Genus Verbi“ als gleichbedeutend mit „Diathese“ verstanden wird, ergibt sich kein Widerspruch, denn das Aktiv kann eine „diathetische Operation“ sein, ohne eine „Voice“ im Sinne von ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019) zu sein. Das Aktiv ist dann die „Nulldiathese“ (die unverĂ€nderte Abbildung aus der Hierarchie der Teilnehmerrollen auf grammatische Funktionen), aber insofern eine Diathese, selbst wenn es sich mangels Markierung zugleich nicht um „Voice / Genus Verbi“ handelt.

Das Aktiv ist vor allem im Kontrast zu Passiv und Medium identifizierbar. Bei Valenzalternationen gibt es meist keine solche GegenĂŒberstellung, beispielsweise ist ein Kausativ oder Applikativ immer noch zugleich ein Aktiv. Der unmarkierte Status des Aktivs betrifft ebenfalls in erster Linie nur den Kontrast zum Passiv. Bei Systemen wie dem des Griechischen, wo eine Kategorie Medium vorliegt, ist dies hingegen nicht so:cite-ref-38[38] Im Griechischen gibt es zwei verschiedene Konjugationsreihen fĂŒr Aktiv und Medium, und daneben auch Verben, die nie im Aktiv, sondern nur im Medium vorkommen. Das Medium kann also nicht so betrachtet werden, dass es vom Aktiv abgeleitet wĂ€re. Umgekehrt erhĂ€lt das Aktiv im System des Griechischen den Status einer Bedeutungskategorie, anders als es mit der Opposition Aktiv und Passiv im Deutschen der Fall ist.

Die Kategorie der bedeutungshaltigen Valenzalternationen

Diese Kategorie wird definiert ĂŒber „Operationen, die die morphosyntaktische Struktur des Satzes auf verschiedene Weisen Ă€ndern, wobei wesentlich ist, dass die semantische Struktur sich auch Ă€ndert.“cite-ref-39[39] Dieser Beschreibung entsprechen:

‱ Kausativ (siehe eigener Abschnitt oben): Dieser Konstruktionstyp ist außerordentlich vielfĂ€ltig und produktiv und kann teils durch zusĂ€tzliche Verben gebildet werden, teils durch Affixe am Verb, manchmal auch unmarkiert sein. Es gibt unterschiedliche Bedeutungsnuancen, wie etwa direkte oder indirekte oder unwillentliche Verursachung. Die Gemeinsamkeit ist jedes Mal der Zusatz eines externen Verursachers, wobei die Konstruktionen sich darin unterscheiden können, inwieweit die anderen Argumente ĂŒbernommen werden.
‱ Antikausativ (siehe eigener Abschnitt oben): Hier wird ein transitives Verb mit einer zusĂ€tzlichen Markierung versehen, um zu bezeichnen, dass das Agens und der ihm zugeordnete Ereignisteil ausgeblendet ist. Diese Bildungen sind nie bei allen agentiven Verben möglich, sondern eher nur bei solchen, die die Rolle des Agens als reinen Verursacher ohne nĂ€here Beschreibung von Art und Weise zeichnen.cite-ref-40[40] Die Bildung ist also wesentlich eingeschrĂ€nkter als der Kausativ.cite-ref-41[41]
‱ Resultativ: Übergang von ereignisbeschreibendem Verb auf eine Form, die nur den Resultatszustand des Ereignisses bezeichnet, z. B. deutsch „die TĂŒr ist geöffnet“ (im Deutschen als „Zustandspassiv“ bezeichnet, wobei nicht klar ist, ob es buchstĂ€blich ein Passiv ist). Hierbei geschieht meist eine Argumentreduktion Ă€hnlich der beim Antikausativ: Das Agens entfĂ€llt.cite-ref-42[42] Jedoch bezeichnet das Antikausativ eine VerĂ€nderung, das Resultativ einen Zustand.
‱ Applikativ: Dies ist eine valenzerweiternde Operation, die das Subjekt unverĂ€ndert lĂ€sst und eine oblique ErgĂ€nzung – hĂ€ufig von einer PrĂ€position eingefĂŒhrt – zu einem direkten Objekt hochstuft. Sie lĂ€sst sich in vielen FĂ€llen als Inkorporation eines zweiten PrĂ€dikats ins Verb beschreiben.cite-ref-43[43] Applikative können normalerweise passiviert werden, so dass das neugeschaffene direkte Objekt in die Subjektposition weitertransportiert wird.cite-ref-44[44] Applikative lassen sich durch deutsche Verben mit be-PrĂ€fix illustrieren: „[auf den Berg] steigen“ → „den Berg besteigen“. Sprachen unterscheiden sich jedoch, ob es sich wie im Deutschen um Wortbildung handelt oder um einen stĂ€rker syntaktischen Prozess.
‱ Possessor-Anhebung kann als Ă€hnlich zum Applikativ eingestuft werden: Hierbei wird durch Inkorporation eines Objekts ins Verb ein Possessor des Objekts zum direkten Objekt. In der brasilianischen Indianersprache Tupinamba wird eine Konstruktion beschrieben, die ĂŒbersetzt so funktioniert: „ich wasche [sein Gesicht]“ → „ich gesichtswasche ihn.“cite-ref-45[45]
‱ nukleativSogenannte Nukleative sind Konstruktionen, in denen ein neues Subjekt zusĂ€tzlich im Satz hinzugefĂŒgt wird (also ein peripherer Teilnehmer des Ereignisses in einer „Kernfunktion“ eingesetzt wird). Im Japanischen geschieht so etwas in einer Konstruktion, die oberflĂ€chlich einem Kausativ Ă€hnelt, deren Bedeutung aber ist, dass das neue Subjekt vom Geschehen negativ betroffen ist, z. B.:cite-ref-46[46]

Taro-ga Hanako=ni piano=o hik-are-ta.
T.-nom H.-dat Klavier-acc spiel-NUCL-prÀt
Etwa: „Taro musste zu seinem Leidwesen erleben, dass Hanako Klavier spielte.“

Die grammatischen Markierungen, die bei solchen Diathesen erscheinen, sind oft auch mehrdeutig, zum Beispiel werden in manchen Sprachen Kausativ-Formen auch zum Ausdruck eines Passivs verwendet (etwa im Koreanischencite-ref-47[47]) oder Antikausativ-Markierungen fĂŒr den Ausdruck von unwillentlicher Verursachung (analog zum deutschen Satz: „Mir ist ein Glas zerbrochen“).cite-ref-48[48]

Die Kategorie der reinen ValenzÀnderungen

Die wichtigste Unterkategorie in dieser zweiten Abteilung ist das Passiv, das in vielfĂ€ltigen Ausformungen und Varianten vorkommt (siehe Passiv (Grammatik)). Typische Passivkonstruktionen entkoppeln das erste Argument aus der Hierarchie der Teilnehmerrollen (vor allem Agens) von der Subjektfunktion und können ein Objekt zum neuen Subjekt machen. In manchen Sprachen gibt es aber auch Konstruktionen, in denen ein Objekt auch im Passiv in dieser grammatischen Funktion bleibt. Das unterdrĂŒckte Agens kann in manchen Sprachen bzw. Konstruktionen herabgestuft auf die Funktion eines Adverbials oder obliquen Arguments wieder eingefĂŒhrt werden, in anderen ist eine solche WiedereinfĂŒhrung nicht möglich.

Entgegen einer hĂ€ufig geĂ€ußerten Verallgemeinerung gibt es durchaus auch Ergativsprachen, die die Kategorie Passiv besitzen, z. B. unter den Eskimo- oder Maya-Sprachen.cite-ref-49[49]

Als einzige weitere Kategorie wird zu dieser Abteilung noch das sogenannte Antipassiv gezĂ€hlt. Es besteht darin, dass nicht das erste, sondern das zweite Argument eines transitiven Satzes von seiner normalen grammatischen Funktion (Objekt) entkoppelt wird und ggf. nur als Obliquus wiedereingefĂŒhrt wird. In Ergativsprachen, wo dies besonders regelmĂ€ĂŸig vorkommt, wechselt hierdurch auch der Kasus des anderen Arguments.

Die Kategorie der Modifikation von Subjektrollen

Das Medium wird als eine grammatische Kategorie analysiert, der eine ganze Schar von Diathesen als mögliche Interpretationen zugeordnet ist und die eine eher vage Verallgemeinerung ĂŒber diese ausdrĂŒckt (wie es fĂŒr die Interpretation von Flexionskategorien auch sonst typisch ist, vgl. Tempus oder Genus). Es geht dabei um ein besonderes VerhĂ€ltnis zwischen PrĂ€dikat und semantischer Rolle des Subjekts. Darunter befinden sich auch Kategorien, die charakteristisch fĂŒr diesen allgemeinen Typ des Mediums sind und eine eigene Gruppe unter den Diathesen bilden. Sie werden bei ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019) als „Duplex-Diathesen“ bezeichnet,cite-ref-50[50] weil das grammatische Subjekt mit zwei semantischen Rollen zugleich ausgestattet ist. Dies ist bei der reflexiven und der reziproken Diathese der Fall.

Eine reflexive Diathese ist eine Verbform, die die Rollen eines Agens und eines Patiens auf dasselbe Individuum bezieht, z. B. wie bei der oben besprochenen griechischen Verbform loĂșomai „ich wasche mich“. Das Individuum erscheint mit einer solchen Verbform dann nur einmal im Satz (als Subjekt). Es handelt sich also um eine diathetische Operation, die zwei Rollen aus der semantischen Ebene fusioniert, sie macht hierdurch aus einem transitiven Verb eine Art intransitives. Hier wird allerdings ein Unterschied sichtbar zwischen Reflexiv als verbaler Diathese (intransitiv) und Reflexivkonstruktionen, in denen ein Reflexivpronomen als formales Objekt auftritt. Auch im Griechischen ist eine Konstruktion aus Verb und selbstĂ€ndigem Reflexivpronomen als Alternative möglich; wird diese gewĂ€hlt, steht das Verb im Aktiv statt in der Mediumform.cite-ref-51[51]

Die inhĂ€rent reflexiven Verben des Deutschen bilden im Hinblick hierauf eine Zwischenstufe, man könnte entweder das Reflexivpronomen als Objekt oder als bedeutungsleere Medial-Markierung fĂŒrs Verb ansehen.

Die reziproke Diathese erfordert ein Plural-Subjekt, eine Gruppe, und besagt, dass die Verbalhandlung zwischen den Individuen dieser Gruppe ablĂ€uft. Diese Bedeutung wird sonst auch durch Reziprokpronomen ausgedrĂŒckt.

Die Kategorie der „globalen Diathesen“

Eine weitere Kategorie, in der sich ein eigener Untertyp der Diathesen (und hierbei sogar Flexionskategorien) zusammenfassen lĂ€sst, sind „globale“ oder „symmetrische Diathesen“.cite-ref-52[52] Sie beinhalten eine Umpolung und Neuausrichtung der Verbvalenz als ganzer. In europĂ€ischen Sprachen kommt dieser Typ nicht vor.

Ein Beispiel sind die Direkt/Invers-Systeme mancher amerikanischer Indianersprachen. Idealtypisch funktioniert ein solches System folgendermaßen:cite-ref-53[53] Im transitiven Satz werden nur die beiden Teilnehmer genannt und zusĂ€tzlich steht eine Verbform, die die Handlungsrichtung zwischen ihnen anzeigt, und zwar unterschieden danach, ob die Handlungsrichtung eine „erwartbare“ oder „unnormale“ Richtung aufweist. Die Erwartbarkeit richtet sich u. a. nach einer Belebtheitshierarchie, worin belebte Teilnehmer höher als unbelebte eingeordnet sind und unter den Belebten das Ich höher als das Du und dieses höher als dritte Personen. Die direkte Verbform (d. h. Diathese) besagt, dass die Handlungswirkung zwischen den Teilnehmern der Hierarchie entlang von oben nach unten verlĂ€uft („Ich fĂŒttere das Kind“ oder „Er zertrat einen KĂ€fer“), die inverse Form besagt das die Handlungswirkung „bergauf“ gegen die Hierarchie verlĂ€uft („Du fĂŒtterst mich“ oder „Der Skorpion tötete den Mann“). Anders als bei einer Passivierung wird die transitive Struktur also nicht reduziert.

Auch die Konstruktionen, die an Verben sogenannte „Fokus“-Unterscheidungen markieren und die fĂŒr austronesische Sprachen charakteristisch sind, fallen in diese Kategorie. Hier trĂ€gt das Verb eine Markierung, welche semantische Rolle die hierarchisch höchste grammatische Funktion einnimmt (die als Subjekt oder Topic gesehen wird). Das Verb kann demnach „Aktor-Fokus“ oder „Patiens-Fokus“ markieren, oder periphere Teilnehmer fokussieren wie Instrument, EmpfĂ€nger etc. (was oben als „Nukleativ“ bezeichnet wurde). Die genaue Funktionsweise ist in verschiedenen Sprachen unterschiedlich; hier einige Beispiele aus dem Tagalog.cite-ref-54[54]

„Der Mann kaufte Fisch im Laden“

‱ a. mit Aktor-Fokus (AF) am Verb und Nominativ (ang = nom) am Aktor:

Bumili ang lalake ng isda sa tindahan.
kaufen-AF nom-Mann Fisch im Laden

‱ b. mit Patiens-Fokus (PF) am Verb und Nominativ am Patiens:

Binili ng lalake ang isda sa tindahan.
kaufen-PF Mann nom-Fisch im Laden

‱ c. mit Lokativ-Fokus (LF) am Verb und Nominativ an der Ortsangabe:

Binilh-an ng lalake ng isda ang tindahan.
kaufen-LF Mann Fisch nom-Laden

Die genaue Analyse dieses Systems gilt weiterhin als schwierig, Konsens ist heute aber, dass auch der „Patiens-Fokus“ kein Passiv ist (im Gegensatz zu einigen Ă€lteren Analysen), denn alle Konstruktionen sind gleichermaßen transitiv und nur nach der globalen Ausrichtung des Satzes auf einen der Teilnehmer unterschieden.cite-ref-55[55]

Literatur

‱ hasbarMartin Haspelmath, Thomas MĂŒller-Bardey: Valency change. In: Geert Booij, Christian Lehmann, Joachim Mugdan, Stavros Skopeteas (Hrsg.): Morphologie / Morphology. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung / An International Handbook on Inflection and Word-Formation. Band 2. (= HSK, 17-2). Walter de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017278-X, Kapitel 107 = S. 1130–1145.
‱ inglese-medGuglielmo Inglese: The journey of the middle voice: from antiquity to linguistic typology. In: Language & History. Vol. 66-2 (2023), S. 201–222, doi:10.1080/17597536.2023.2172791.
‱ kuliLeonid Kulikov: Voice typology. In: Jae Jung Song (ed.): The Oxford Handbook of Linguistic Typology. Oxford University Press 2011, ISBN 978-0-19-928125-1, S. 368–398.
‱ shibaMasayoshi Shibatani: Voice. In: Gert Booij, Christian Lehmann, Joachim Mugdan, Stavros Skopeteas (Hrsg.): Morphologie / Morphology. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung / An International Handbook on Inflection and Word-Formation. Band 2. (= HSK, 17-2). Walter de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017278-X, Kapitel 108 = S. 1145–1165.
‱ vogelPetra Maria Vogel: Genus Verbi. In: Elke Hentschel, Petra Maria Vogel (Hrsg.): Deutsche Morphologie. (= De Gruyter Lexikon). Walter de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-018562-1, S. 154–168.
‱ zukiFernando ZĂșñiga, Seppo KittilĂ€: Grammatical Voice. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2019, ISBN 978-1-107-15924-2, doi:10.1017/9781316671399.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Duden. Die Grammatik (= Der Duden, Band 4). 10. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-411-91447-0, S. 374 / Randnr. 602.
cite-note-22. ↑ Grammis.de / Grammatische Terminologie, unter dem Titel „Genus Verbi“, aber mit Gleichsetzung zur Bezeichnung „Diathese“ (siehe am Ende der Seite). Abgerufen am 10. MĂ€rz 2024.
cite-note-33. ↑ Vgl. fĂŒr die Darstellung der Passivierung Shibatani (2004), S. 1146.
cite-note-44. ↑ Michael Cysouw: Encylopedia of German Diatheses. Language Science Press, Berlin 2023, e-ISBN 978-3-96110-407-9. Aus der Formulierung auf S. 7 wurde hier „remapping“ als „Umverteilung“ ĂŒbersetzt: „A diathesis is a clause alternation in which at least one of the lexical roles has a different form between the clausal alternants, i.e. at least one of the roles is remapped to a different grammatical expression.“
cite-note-55. ↑ Kulikov (2011), S. 370, Fußnote 2.
cite-note-77. ↑ Inglese (2023), S. 203, Fußnote 3.
cite-note-88. ↑ Kulikov (2011), 369
cite-note-99. ↑ Shibatani (2004), S. 1146.
cite-note-1010. ↑ Diathese und Voice so definiert auf S. 4.
cite-note-1111. ↑ Nicht vertreten, aber erwĂ€hnt in Kulikov (2011), S. 370, Fußnote 2.
cite-note-1212. ↑ Haspelmath & MĂŒller-Bardey (2004), S. 1140 li. Sp.
cite-note-1313. ↑ So Dieter Wunderlich: Diathesen. In: Joachim Jacobs, Arnim von Stechow, Wolfgang Sternefeld, Theo Vennemann (Hrsg.): Syntax (= HSK, 9). Band 1. De Gruyter, Berlin, 1993, ISBN 3-11-009586-6, S. 730–747. – Auch ĂŒbernommen, allerdings mit Angabe von voice als englische Übersetzung hierfĂŒr, in Philipp Stöckle: Diathese. In: Stefan Schierholz, PĂĄl Uzonyi (Hrsg.): Grammatik: Syntax. (= WörterbĂŒcher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK), 1.2). Walter de Gruyter, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-11-069852-7), S. 204.
cite-note-1414. ↑ Dass Applikativ als Diathese in der Literatur umstritten sei, ist angedeutet in ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 2, sowie in Michael DĂŒrr, Peter Schlobinski: Deskriptive Linguistik. Grundlagen und Methoden. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-26518-2, S. 138.
cite-note-1515. ↑ So unterschieden bei: Christian Lehmann: Valenz. In: Susanne AnschĂŒtz (Hrsg.): Texte, SĂ€tze, Wörter und Moneme. Festschrift fĂŒr Klaus Heger zum 65. Geburtstag. Orient-Verlag, Heidelberg 1992, S. 435–454. Manuskriptversion Online
cite-note-1616. ↑ Haspelmath & MĂŒller-Bardey (2004), S. 1140: Diese Einteilung sei „hĂ€ufig“. Hier wird statt „Diathese“ allerdings die Bezeichnung voice verwendet, gemeint sind jedenfalls Kategorien wie v. a. Passiv.
cite-note-1717. ↑ Hans-Werner Eroms: Syntax der deutschen Sprache. Walter de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-015666-0, S. 384ff.
cite-note-1818. ↑ Zum Beispiel en passant in Kulikov (20011), S. 368.
cite-note-1919. ↑ Aus ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 168f. – Vgl. auch Inglese (2023), S. 203 zum Aorist
cite-note-2020. ↑ Zitiert in Shibatani (2004), S. 1148.
cite-note-2121. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 170.
cite-note-221. Beispiel aus ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 169.
cite-note-2323. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 170.
cite-note-2424. ↑ Dies sei eine klassische Formulierung fĂŒr die Funktion des Mediums, laut Inglese (2023), S. 205 unten.
cite-note-2525. ↑ Karl Bayer, Josef Lindauer (bearb.): Lateinische Grammatik. C. C. Buchners Verlag, Bamberg 1977, ISBN 3-7661-5635-7, S. 83.
cite-note-2626. ↑ Darstellung im Folgenden nach Shibatani (2004), S. 1149f. und Vogel (2009), S. 154f.
cite-note-2727. ↑ Shibatani (2004), S. 1149 r. Sp.
cite-note-2828. ↑ Die römischen Grammatiker unterschieden allerdings noch weitere FĂ€lle der Beziehung Form–Funktion und kamen auf bis zu fĂŒnf genera verbi. Siehe die Tabelle in Vogel (2009), S. 155.
cite-note-2929. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 175f.
cite-note-3030. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 171.
cite-note-3131. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 176, dort zitiert aus einer Arbeit von Gerdts & Hukari.
cite-note-3434. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 152.
cite-note-3535. ↑ Zur Zusammenfassung dieser Typen in eine Kategorie: ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 142.
cite-note-3636. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 247.
cite-note-3838. ↑ Ingrid Kaufmann: Aktiv. In: Stefan Schierholz, PĂĄl Uzonyi (Hrsg.): Grammatik: Formenlehre. (= WörterbĂŒcher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK), 1.1). Walter de Gruyter, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-11-070591-1, S. 162–165. Siehe S. 163 r. Sp.
cite-note-4444. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 63 sowie S. 75.
cite-note-4545. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 59f.
cite-note-4646. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 77f., zur Vereinfachung mit Nominativsubjekt statt Topic, wie in den anderen Beispielen dort.
cite-note-4949. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 102.
cite-note-5050. ↑ S. 153.
cite-note-5151. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 169.
cite-note-5252. ↑ „Symmetrical voice alternation“ in ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), Kapitel 4.
cite-note-5353. ↑ Allgemein hierzu: Guillaume Jacques, Anton Antonov: Direct/Inverse Systems. In: Language and Linguistics Compass 2014 (Online), S. 1–17, doi:10.1111/lnc3.12079. Siehe besonders Abschnitt 2.2.
cite-note-5454. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 124, dort zitiert aus einer Arbeit von Kroeger (1993).
cite-note-5555. ↑ ZĂșñiga & KittilĂ€ (2019), S. 97f. sowie S. 126.